2. Projekt:

Der Erhalt der über 250 Jahre alten Maulbeerallee

Dank einer Förderung des NaturSchutzFonds Brandenburg konnte die Zernikower Maulbeerallee im Frühjahr 2015 durch eine Fachfirma geschnitten werden.
Die Maulbeerallee von Zernikow zur Zernikower Mühle ist in Ihrer Art und Form vermutlich einmalig im deutschsprachigen Raum. Sie wurde zwischen 1746 – 1748 vom Geheimen Kämmerer Friedrich des II. Michael Gabriel Fredersdorff angelegt. Dieser hatte nach der Thronbesteigung Friedrichs 1740 von diesem das Gut geschenkt bekommen und richtete hier ein vorbildliches Mustergut ein. Kernstück der Gutsanlage sollte für kurze Zeit die Seidenraupenzucht sein. Nach seinem Tod 1758 führten seine Witwe Caroline und ihr neuer Ehemann Hans von Labes das Gut mustergültig fort. Nur die Seidenraupenzucht und mit ihr der Maulbeeranbau wurden eingestellt. Die Allee blieb als einziges von der bedeutenden Plantage erhalten. Mit dem regelmäßig wieder aufflammen des Seidenbaues im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Preußen wurde auch die Allee immer wieder mit Pflanzungen von weißen Maulbeeren ergänzt.
Die Allee wurde bereits 1938 als Naturdenkmal geschützt und ist heute zusätzlich Bestandteil des eingetragenen Kulturdenkmals Gutsanlage Zernikow. Die Maulbeerallee ist wichtigster Bestandteil des auch für das Alleenland Brandenburg herausragenden Alleensystems um Zernikow. Dessen Bedeutung begründet sich vor allem im Alter, der Vielfältigkeit und der künstlerischen Einbettung der Alleen in der Gutslandschaft. Die Maulbeerallee ist in ihrer Ausprägung und Form singulär und trägt in entscheidendem Maße zur Vielfalt, Schönheit und Eigenart der Kultur- und Naturlandschaft bei.
Die Maulbeerbäume werden seit der Mitte der 1990er Jahren von der Initiative Zernikow e. V. betreut. Im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeiten sind vor allem Nachpflanzungen realisiert worden. Mit dem Ausbau der Straße ist auch die Allee von vielen Fremdgehölzen befreit und etliche Maulbeeren nachgepflanzt worden. Doch sind in den letzten Jahren vermehrt alte Maulbeerbäume auseinander- oder umgebrochen. Um die Allee auf Dauer erhalten zu können, sind neben den Nachpflanzungen der Initiative Zernikow e. V. und den Verkehrssicherungsmaßnahmen des Amtswirtschaftshofes nun auch weitgreifende Erhaltungsschnitte an den Altbäumen notwendig. Diese zielen vor allem auf die Entlastung und Vitalisierung der Kronen der Bäume, mittels starker Einkürzung, so dass zumindest bei den meisten Altbäumen eine Art Kopfbaumschnitt durchgeführt werden musste. Um dies finanzieren zu können, wurde von der Initiative Zernikow e. V. ein Antrag auf Förderung der Maßnahme an den NaturSchutzFonds Brandenburg gestellt. Dieser wurde positiv bescheidet.
Bei einer Begutachtung der Maulbeerallee durch Herrn Herbert Kolb, einem der wenigen Fachleuten mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit alten Maulbeerbäumen, wurden die Maßnahmen konkretisiert und dann in der ersten Maiwoche des Jahres 2015 von der Firma biotop Gesellschaft für biologische Anlagen mbH umgesetzt. Alle Bäume haben gut auf die Maßnahmen reagiert und sich entsprechend entwickelt. Die Pflanzung von 30 neuen Maulbeerbäumen durch das Amt Gransee und Gemeinden komplettierte die Arbeit.

1. Projekt:

Die Wiederherstellung des Gartensaals

Im Jahr 2005 gab es von Wolf-Herman von Arnim, dem jüngsten Sohn von Clara und Friedmund von Arnim und Mitglied unseres Vereins, eine großzügige private Spende mit der Bitte, doch mal was zu tun, was auch „zu sehen“ ist. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die von der AQUA Zehdenick GmbH in Auftrag gegebenen Arbeiten am Gutshaus vor allem auf bestandssichernde Maßnahmen, wie z.B. die umfangreiche Sicherung des Nordgiebels des Gutshauses, der Setzungserscheinungen zeigte, beschränkt.
Mit dieser Spende von Wolf-Herman von Arnim und einer weiteren von seiner Mutter Clara von Arnim konnte dann zusammen mit einer Förderung durch das Land Brandenburg im Rahmen der sog. „integrierten ländlichen Entwicklung“ und eigenen Mitteln der AQUA Zehdenick GmbH die Holzsanierung am Gutshaus im Traufbereich bis in die Deckenebene des Gartensaales realisiert werden. Dazu gehörte auch die Bekämpfung des Echten Hausschwammes, der sich im Deckenbereich des Gartensaals ausgebreitet hatte. Diese wichtigen Arbeiten wurden durch die Vermittlung der Initiative Zernikow auch von der Kurt-Lange-Stiftung finanziell unterstützt. Im Rahmen dieses Bauabschnittes, der die ersten drei Achsen der Hoffassade umfasste, erfolgte auch die Erneuerung der Fenster, des Putzes und des Farbanstriches, so dass letztendlich der fertiggestellte sogenannte Mittelrisalit dem Besucher eindrucksvoll zeigte, wie das Gutshaus einst aussah.

Im Rahmen der schrittweisen Restaurierung des Gartensaals, der auch die Reparatur des Fußbodens, der Türen und Fenster den Einbau einer Heizung umfasste, entdeckte der Restaurator Jochen Hochsieder unter den vielen Schichten von Tapeten und Farbanstrichen Reste der kunstvollen barocken Ausmalung, die den Gartensaal zu Zeiten von Caroline von Labes einst geziert hat. Die erheblichen finanziellen Mittel, die für die Restaurierung des Saales erforderlich waren, konnten durch die Eigentümerin des Gutes Zernikow, die AQUA Zehdenick GmbH, nicht alleine aufgebracht werden. Wieder halfen die Kurt-Lange Stiftung, an die die Initiative Zernikow einen Förderantrag gestellt hatte, und Wolf-Hermann von Arnim mit einer großzügigen Spende. Die Wiederherstellung der Ausmalung des Gartensaals erforderte viel Detailarbeit, die von dem Restauratorenteam um Jochen Hochsieder, Heinrichsdorf, ausgeführt wurde. Auch der teilweise fehlende Deckenstuck wurde ergänzt.

Der Gartensaal konnte am 21.04.2012 mit dem Abschlusskonzert der „Meisterklasse Gesang“ unter Leitung von Verena Rein feierlich wiedereröffnet werden. Mit dem Gartensaal, der mit seiner barocken Stuckmalerei eine Seltenheit in den sonst eher schlichten brandenburgischen Gutshäusern ist, steht auf Gut Zernikow nun ein festlicher Raum zur Verfügung, der für verschiedene kulturelle Veranstaltungen
genutzt wird. Dafür kann auch das von unserem Vereinsmitglied Frau Dr. Hubrich gestiftete Klavier genutzt werden, das dauerhaft einen Platz im Gartensaal gefunden hat.

Ines Rönnefahrt

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