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Die Maulbeerbaumallee

Foto: U. Blümel
Foto: U. Blümel
Foto: U. Blümel

Von einer fast vergessenen Episode der preußischen Geschichte erzählt die Maulbeerbaumallee, die sich vom östlichen Ortsausgangan der Strasse nach Burow bis zur Zernikower Mühle im Polzowtal zieht. Insgesamt stehen noch ca. 70 Exemplare der Art, dazwischen haben sich im Laufe der Zeit Robinien, Stieleichen, Eschen und Ahornbäume angesiedelt. Teilweise wurde diese im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Sanierung der Ortsverbindungsstrasse nach Burow gerodet. Dafür wurden Maulbeersträucher nachgepflanzt, um den Charkter des Allee zu erhalten.

Ursprünglich soll es sogar eine ganze Plantage mit bis zu 8000 Maulbeerbämen gegeben haben. Da sich der Seidenbau aber relativ schnell als unwirtschaftlich herausstellte, wurde diese Plantage aufgegeben und abgeholzt. Vereinzelt haben sich auch noch in Gärten und an Wegen Maulbeerbäume erhalten. So stand bis 1997 noch ein Maulbeerbaum an der östlichen Friedhofsgrenze, der aber einem Sommergewitter nicht Stand hielt und umstürzte.

Die ältesten Maulbeerbäume stammen überwiegend aus der ersten Phase der preußischen Seidenbauzeit, die Friedrich II. nach italienischem, französischem und süddeutschem Vorbild in Preußen ab 1740 förderte. Weitere Bäume wurden in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts gepflanzt, als die Seidenproduktion nochmals angekurbelt wurde, um insbesondere den Bedarf der Militärs an Fallschirmseide zu decken.

Im Frühjahr 2015 wurde in der Maulbeerallee ein umfangreicher Pflegeschnitt an den alten Bäumen durchgeführt. Initiiert hatte die Aktion unserer Vereinsmitglied Herr Gebauer, der hauptberuflich für den Garten und Park des Rheinsberger Schlosses verantwortlich ist. Gefördert wurde der Pflegeschnitt mit Mitteln des Naturschutzfonds Brandenburg. Fachliche Beratung leistete Herr Herbert Kolb aus Dittenheim, der als Förster langjährige Erfahrungen bei der Erhaltung alter Maulbeerbäume hat.