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Ausstellung „Vom Maulbeerbaum zur Seide – Seidenbau in Brandenburg“

Auf Gut Zernikow ist ganzjährig eine kleine Ausstellung unter dem Titel „Vom Maulbeerbaum zur Seide – Seidenbau in Brandenburg“ zu sehen. Hier erfährt der Besucher Wissenswertes über den Seidenbau, wie er Mitte des 18. Jahrhunderts von dem Geheimen Kämmerer Friedrich II., Michael Gabriel Fredersdorff, in Zernikow betrieben wurde. Die Ausstellung möchte aber nicht nur auf die Geschichte des Seidenbaus in Brandenburg, sondern insbesondere auch die Faszination der Seide als Naturprodukt und die enge Beziehung von Maulbeerbaum, Seidenraupe und Seide darstellen. So ist auch Einiges über die Herkunft des Maulbeerbaumes und des Maulbeerseidenspinners Bombyx mori sowie über den Weg, wie das Geheimnis der Seidenherstellung von China nach Europa gelangte, zu erfahren. Höhepunkt der kleinen Exposition sind lebende Seidenraupen, die in den Sommermonaten (Juni-September) beim Vertilgen großer Mengen Maulbeerblätter und beim Spinnen ihrer filigranen Seiden-Kokons zu bestaunen sind. Der Maulbeer-Seidenspinner und seine Raupen werden von Mitgliedern des Vereins ausschließlich zu Informationszwecken gezüchtet. Zu besonderen Anlässen wie dem jährlichen Maulbeerfest wird auch Seide gehaspelt, um den langen Weg vom Maulbeerbaum über die Seidenraupe und den Seidenkokon bis zum Seidentuch zu illustrieren.

Mit der Ausstellung „Vom Maulbeerbaum zur Seide – Seidenbau in Brandenburg“ möchten wir ein Stück Geschichte vor dem Vergessen bewahren und aufmerksam machen auf die wundervolle Arbeit der Seidenraupen, die sich der Mensch zunutze gemacht hat. Wir freuen und auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen viel Freude und interessante Einblicke in eine eigentümliche Beziehung zwischen Mensch und Insekt!

Maulbeerfest in Zernikow

Das erste Maulbeerfest wurde in Zernikow im Jahr 2001 gefeiert und findet seitdem alljährlich am letzten Sonnabend im Juli statt. Mit diesem Fest möchte der Verein „Initiative Zernikow e.V.“ auf den Seidenbau als weitgehend vergessene Episode preußischer bzw. brandenburgischer Wirtschaftsgeschichte hinweisen, aber auch einen Beitrag zur Förderung des interessanten Maulbeerbaumes leisten. Auf dem Fest dreht sich alles um den Maulbeerbaum und dessen vielseitige Verwendungsmöglichkeiten. Ursprünglich wurden nur die Blätter des Maulbeerbaumes als Futter für die Seidenraupen (Raupen des Maulbeerseidenspinners, Bombyx mori) genutzt, aber der Maulbeerbaum bietet weitaus mehr: Die süßen Früchte, die im Juli reif und saftig an den Bäumen hängen, eignen sich hervorragend für die Bereitung von Marmelade, Kuchen und Likör. In südlichen Ländern ist auch die Herstellung von Trockenfrüchten und Sirup (eingedickter Fruchtsaft) weit verbreitet. Darüber hinaus besitzt der Maulbeerbaum sehr hartes, intensiv gelb gefärbtes Holz, das sowohl für Tischlerarbeiten als auch zum Färben (Gelbholz) eingesetzt werden kann. Die langfaserige Rinde wird für die Herstellung von Papier (Maulbeerpapier) verwendet. In vergangenen Jahrhunderten besaß der Maulbeerbaum auch für die Naturheilkunde eine gewisse Bedeutung. In der traditionellen chinesischen Medizin werden noch heute Früchte, Zweige und Rinde des Maulbeerbaumes zu Heilzwecken eingesetzt. Im Mittelpunkt des Zernikower Maulbeerfestes steht neben der kulinarischen Seite aber die Hauptverwendung des Maulbeerbaumes als Futter für Seidenraupen und damit der Herstellung von Seide.

Informationen zu diesen Themen erhalten Sie bei der Initiative Zernikow e.V.:

Ines Rönnefahrt

Waldstraße 21 a

16775 Zernikow / Burow

ines.roennefahrt@gmx.de